


12.09.2025
„Im Krankenhaus Spittal weiß man das Miteinander zu schätzen“
Primaria Dr. Heike Muchar ist die neue Leiterin unserer Abteilung für Innere Medizin. Im Interview erläutert sie, wie sie die größte Abteilung des Hauses in die Zukunft führen möchte. Außerdem stellen wir die Abteilung für Chirurgie vor.
Primaria Dr. Heike Muchar, die neue Leiterin der Abteilung für Innere Medizin am Krankenhaus Spittal/Drau, spricht im Interview über ihren beruflichen Werdegang, die Besonderheiten eines regionalen Spitals und ihre Pläne, um die medizinische Grundversorgung im Bezirk langfristig zu sichern.
OKN: Frau Primaria Muchar, wie verlief Ihr beruflicher Werdegang?
Prim. Dr. Heike Muchar: Ich bin in Spittal geboren und nach der Matura zum Studium nach Wien gegangen. Dort habe ich geheiratet, mein Medizinstudium absolviert und meinen Sohn bekommen. Die Ausbildung zur Internistin, Rheumatologin und Immunologin habe ich am Sozialmedizinischen Zentrum Süd in Wien begonnen und am Klinikum Klagenfurt abgeschlossen – an der größten Internen Abteilung Kärntens. Zwischendurch gab es einen kurzen Ausflug in die Rehamedizin, aber es zog mich wieder zurück in den Akutbereich nach Klagenfurt, wo ich viele Jahre als Oberärztin tätig war. Vor fünf Jahren bin ich dann ans Krankenhaus Spittal gekommen.
OKN: Wie gefällt es Ihnen in ihrem „Heimatspital“?
Muchar: Ich hatte davor nie beruflich mit dem KH Spittal zu tun und war sehr positiv überrascht. Im Vergleich zu den großen Kliniken, in denen ich vorher gearbeitet habe, sind hier die Wege kürzer, das Arbeitsklima und die Kommunikation hervorragend. In kleineren Einheiten weiß man das zu schätzen. Außerdem ist es als Grundversorger spannend, weil man mit einem sehr breiten Spektrum an medizinischen Problemen zu tun hat – im Großspital ist man oft sehr spezialisiert. Der Teamgeist hier ist großartig!
OKN: Womit befasst sich Ihre Abteilung?
Muchar: Die Abteilung für Innere Medizin ist mit über 100 stationären Betten die größte Abteilung im Haus. Wir decken viele Teilbereiche ab: Eine große Dialysestation, eine internistische Intensivstation, eine Diabetes-Ambulanz, eine Rheuma-Ambulanz, eine internistische Notfallaufnahme, die rund um die Uhr offen ist, und führen auch Magen- und Darmspiegelungen durch. Kurz gesagt: Wir beschäftigen uns mit allen inneren Organen und dem Immunsystem – ein sehr breites Feld.
OKN: Wie groß ist Ihr Team?
Muchar: Wir sind derzeit 12 Fachärztinnen und Fachärzte, 6 Assistenzärzte, einige Stationsärzte – in Summe 21 Ärztinnen und Ärzte. Viele sind schon seit Jahren hier, manche seit ihrem Studium. Das ist ein historisch gewachsenes, starkes Team mit guter Kommunikation und einer sehr positiven Stimmung.
OKN: Wie werden Sie die „Innere“ in die Zukunft führen?
Muchar: Wir wollen unsere Schwerpunkte weiter ausbauen und uns in Teilbereichen stärker spezialisieren. Wichtig ist auch die regionale Vernetzung – mit anderen Spitälern, Fachkliniken und niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten. Außerdem wollen wir für den medizinischen Nachwuchs attraktiv bleiben. Es gibt heute einen europaweiten Wettbewerb um Fachkräfte, für den wir uns als Arbeitgeber gut positionieren müssen. IT-technisch hat sich schon viel getan – etwa mit elektronischen Fieberkurven –, aber da ist sicher auch noch viel zu tun in den nächsten Jahren. Wir wollen auch vermehrt in die Weitergabe von Wissen und klinischen Fertigkeiten investieren, um junge Medizinerinnen und Mediziner auszubilden. Ebenso werden wir die interdisziplinäre Zusammenarbeit im Haus, mit anderen Fachabteilungen, weiter verstärken.
OKN: Was ist Ihnen persönlich besonders wichtig?
Muchar: Die Gesundheitsversorgung in unserer Region muss auf höchstem Niveau gesichert bleiben. Wir sind einer der größten Bezirke Österreichs mit einem riesigen Einzugsgebiet. Die Patientinnen und Patienten sollen lückenlos und bestmöglich betreut werden. Ich wünsche mir, dass wir den Weg, den wir begonnen haben, fortsetzen – mit einem engagierten Team, das sich mit unserem Krankenhaus und unserer Region identifiziert. Nur so können wir die Versorgung langfristig sichern.
Medizinische Abteilungen – Teil 4: Abteilung für Chirurgie
Anlässlich des 100-Jahr-Jubiläums stellen Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, die Primarii des KH Spittal persönlich in dieser und weiteren Ausgaben der Oberkärntner Nachrichten ihre Abteilungen vor. Heute Primarius Dr. Alexander Pertl mit seiner Abteilung für Chirurgie
OKN: Beschreiben Sie in einem Satz den Eindruck, den Sie bei Übernahme Ihrer Funktion als Abteilungsleitung von Ihrem Arbeitsbereich hatten.
Dr. Alexander Pertl: Ich habe die Übernahme der Abteilungsleitung in Spittal damals als Herausforderung empfunden, die ich mit Freude und Spannung angenommen habe.
OKN: Welche Veränderungen konnten Sie an Ihrer Abteilung/in Ihrem Aufgabenbereich realisieren und worauf sind Sie besonders stolz?
Dr. Alexander Pertl: Ich bin stolz auf die gute Organisationsstruktur meiner Abteilung, auf die erfolgreiche Etablierung chirurgischer Spezialambulanzen und unsere Personalentwicklung mit derzeit drei Assistenärzt:innen, welche wir zu Fachärzten im Sonderfach Allgemein- und Viszeralchirurgie ausbilden.
Ganz besonders stolz bin ich auf die Zertifizierung meiner Abteilung als Hernienzentrum, welche wir als erste Abteilung überhaupt in Kärnten erreicht haben.
Die Einführung der roboter-assistierten Chirurgie mit unserem OP-Roboter "Dexter" ist ein Meilenstein für die Abteilung und auch ein ganz besonderes Highlight meiner Karriere.
OKN: Das Krankenhaus Spittal feiert 2025 seinen 100. Geburtstag. Welche Entwicklungen werden zukünftig von Bedeutung für Ihre Abteilung sein?
Dr. Alexander Pertl: Zukunftsweisend ist sicherlich die Roboterchirurgie, mit welcher wir dieses Jahr gestartet haben. Große Herausforderungen sehe ich in der Zukunft im Suchen und Finden motivierten Personals und auch im Erhalt des chirurgischen Spektrums, das unsere Abteilung anbietet.
OKN: Was wünschen Sie dem KH Spittal zum Jubiläum?
Dr. Alexander Pertl: Dem Krankenhaus Spittal wünsche ich zum Jubiläum eine weiterhin stabile Fahrt in zu erwartenden stürmischen Gewässern.
Bild 1: Primaria Dr. Heike Muchar, die neue Leiterin der Abteilung für Innere Medizin am Krankenhaus Spittal/Drau
Bild 2: Interprofessionelle Zusammenarbeit mit Kompetenz und Herz: Dr. Muchar (r.) und DGKP Gabriele Knafl-Solnier von der Dialysestation
Bild 3: Primarius Dr. Alexander Pertl, Vorstand der Abteilung für Chirurgie
(Fotos: Krankenhaus Spittal/Drau)